Millionen der EU für Fake-Schafe: Agrar-Skandal erschüttert Griechenland
Ein gigantischer Betrugsfall mit EU-Agrargeldern erschüttert Griechenland und bringt Premier Kyriakos Mitsotakis unter Druck. Im Zentrum stehen Schaf- und Ziegenherden, die nie existiert haben, sowie verschachtelte Pachtverträge für Felder und Wiesen – beantragt wurden trotzdem Hunderte Millionen Euro an Förderungen.
Die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO) hat dazu mehr als 3.000 Seiten an Material vorgelegt. In Athen führten die Enthüllungen bereits zu sechs Rücktritten von Ministern und Staatssekretären der Mitte-Rechts-Regierung. Besonders betroffen ist Mitsotakis’ Heimatinsel Kreta, wo einflussreiche Großbauern, enge Vertraute des Premiers, im Zentrum des Skandals stehen.
Die EU-Kommission hatte erst vor wenigen Wochen 400 Millionen Euro an missbräuchlich verwendeten Agrarzahlungen zurückgefordert. Nun droht der neue Fall mit seinem Ausmaß alle bisherigen Affären zu übertreffen.
Die linke Opposition wirft Mitsotakis vor, seit Jahren von den Machenschaften gewusst und Ermittlungen blockiert zu haben. Sie spricht von einer „Pyramide an Korruption“. Der Premier versucht, die Wogen zu glätten, betont aber nur allgemein, man ringe um eine Lösung – während die Affäre ihm politisch immer näher rückt.