HAKA Küche: Traditionsbetrieb in Millionen-Insolvenz
Der oberösterreichische Küchenhersteller HAKA Küche mit Sitz in Traun (Bezirk Linz-Land) ist insolvent. Am Montag eröffnete das Landesgericht Linz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung. Mit Passiva von 11,4 Millionen Euro handelt es sich um die drittgrößte Insolvenz des Jahres 2025.
Das Familienunternehmen, 1930 als kleine Tischlerei gegründet, entwickelte sich über Jahrzehnte zu einem der bekanntesten Produzenten maßgefertigter Einbauküchen in Österreich. Nun stehen den 11,4 Millionen Euro Schulden lediglich 2,16 Millionen Euro an Vermögenswerten gegenüber. Von der Insolvenz betroffen sind 158 Beschäftigte an den Standorten Traun, Mondsee und Wien sowie 120 Gläubiger.
Als Hauptursache nennt der Kreditschutzverband die Übernahme des „Badmöbelwerks“ in Mondsee von Villeroy & Boch im Herbst 2023. Das Projekt erwies sich als Verlustgeschäft, verschärft durch die Übernahme sämtlicher Dienstnehmeransprüche. Hinzu kam eine sinkende Nachfrage nach Küchen nach der Corona-Pandemie.
Trotz der schwierigen Lage soll das Unternehmen fortgeführt werden. Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent binnen zwei Jahren angeboten. Laut Arbeiterkammer Oberösterreich bleiben bestehende Verträge aufrecht, Lieferungen sollen termingerecht erfolgen. Kundinnen und Kunden sollten jedoch Zahlungen erst nach mängelfreier Lieferung leisten.
Die Juli-Gehälter konnten nicht mehr ausbezahlt werden. Die Arbeiterkammer kündigte an, eng mit der Belegschaft zusammenzuarbeiten und eine Betriebsversammlung zu organisieren.
Credit: HAKA