Film über Terrormorde in Israel gestrichen - Hamas hätte die Urheberrechte
Der neue Film thematisiert die Terroranschläge der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 – ein Tag, der als einer der blutigsten in der Geschichte des Nahostkonflikts gilt.
Am Morgen des 7. Oktober 2023 drangen bewaffnete Hamas-Kommandos aus dem Gazastreifen in israelische Grenzorte ein, überrannten Militärposten und griffen Zivilisten an. Innerhalb weniger Stunden wurden nach israelischen Angaben mehr als 1200 Menschen getötet, darunter Familien, Kinder und Senioren. Hunderte wurden verletzt, und über 250 Geiseln verschleppt. Besonders grausam: Viele der Angriffe filmten die Täter selbst mit Helmkameras oder Handys, um die Aufnahmen anschließend zu propagandistischen Zwecken zu verbreiten.
Genau dieses Material bildet einen zentralen Bestandteil von Avrichs Dokumentation. Der Film zeigt nicht nur die schockierenden Bilder der Massaker, sondern auch den verzweifelten Einsatz israelischer Rettungskräfte und Soldaten, die versuchten, Überlebende aus den belagerten Gemeinden zu retten.
Offiziell begründete das TIFF die Absetzung mit urheberrechtlichen Fragen: Unklar sei, ob die Filmemacher die von Hamas-Terroristen selbst aufgenommenen Videos ohne deren Zustimmung verwenden dürften. Juristisch stellt sich die Frage, ob auch Aufnahmen von Kriegsverbrechen urheberrechtlich geschützt sind – und ob ein Filmfestival damit in Konflikt geraten könnte.
Angst vor anti-israelischen Demos?
Kritiker vermuten jedoch, dass die Begründung nur vorgeschoben ist. Das Branchenmagazin Deadline berichtete, dass das Festival womöglich vor allem Angst vor antiisraelischen Protesten habe, die in Nordamerika zuletzt bei ähnlichen Veranstaltungen mehrfach eskalierten. Der Filmemacher Avrich zeigte sich „schockiert und traurig“ über die Entscheidung und sprach von einer „verpassten Chance, die Wahrheit über den 7. Oktober einem internationalen Publikum zu zeigen“.
Für Überlebende und Angehörige der Opfer ist die Entscheidung ein weiterer Schlag. Viele hatten gehofft, dass der Film eine ungeschönte Darstellung der Gräueltaten liefern würde – und damit auch ein Gegenpol zu Versuchen, die Ereignisse zu relativieren oder gar zu leugnen.
Ob The Road Between Us künftig auf anderen Festivals gezeigt wird, ist derzeit unklar.
AKTUALISIERT: Das Festival kündigte indes an, den Film doch zu zeigen. Lesen Sie dazu: https://blog.at/2888/festival-zeigt-film-ueber-terrormorde-in-israel-doch