Sommergespräche-Flop: Gewessler hatte 90.000 Zuseher weniger als Kogler
Durchschnittlich 436.000 Zuschauer verfolgten am Montagabend ihr Gespräch mit ORF-Innenpolitik-Chef Klaus Webhofer. Das entspricht einem Marktanteil von 21 Prozent. Im Jahr 2024 hatte ihr Vorgänger als Grünen-Chef, Vizekanzler Werner Kogler, noch 526.000 Seher – also etwa 90.000 mehr.
Die anschließende Analyse erreichte laut ORF zwar bis zu 543.000 Zuseher, doch im direkten Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ein klarer Reichweitenverlust. Ob dies an sinkendem Interesse an den Grünen oder an Gewesslers persönlicher Popularität liegt, bleibt Interpretationssache.
Der weitere „Sommergespräche“-Fahrplan: Am 18. August ist NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger zu Gast, gefolgt von SPÖ-Vorsitzendem Andreas Babler (25. 8.), ÖVP-Generalsekretär Christian Stocker (1. 9.) und FPÖ-Chef Herbert Kickl (8. 9.).
Gewesslers Zeit als Klimaministerin war von mehreren Kontroversen geprägt. Besonders heftig diskutiert wurde ihre umstrittene Zustimmung zum EU-Renaturierungsgesetz, die sie gegen den Willen des Koalitionspartners ÖVP gab. Kritiker warfen ihr vor, einen Bruch der Koalitionsvereinbarungen in Kauf genommen zu haben. Auch ihre Rolle bei umstrittenen Klimabonus-Auszahlungen für Häftlinge und Migranten sorgte für Aufsehen. Hinzu kamen Diskussionen um hohe Fördergelder für Projekte, deren Effektivität fraglich blieb, sowie Streitigkeiten über Tempolimits und den geplanten Ausstieg aus fossilen Heizsystemen.
Damit trat Gewessler bei den „Sommergesprächen“ nicht nur als Problem-Ministerin an, sondern auch als neue Front-Frau der Grünen – mehr Zuseher hat das trotzdem nicht gebracht.